Beteiligung im Stadtteil Bosenheim

Ziemlich grün und naturbelassenZiemlich grün und naturbelassen

Im Stadtteil Bosenheim hat die Jugendförderung seit vielen Jahren einen sehr gut besuchten Jugendraum. Durch den guten Kontakt zwischen MitarbeiterInnen und Jugendlichen sind wir so auf dem aktuellen Stand, was (aus Sicht der Jugendlichen) Interessantes in Bosenheim passiert.

So auch im Frühjahr 2006. An einigen Orten in Bosenheim gab es Vermüllungen oder Ruhestörungen und ähnliches. Ausnahmslos alle dieser Vorkommnisse wurden „den Jugendlichen" zugeschrieben. Diese wiederum fühlten sich (zu recht) zu unrecht beschuldigt und haben sich bei uns beschwert.

Das Kommunikationsforum

Damit endlich Jugendliche, Erwachsene, PolitikerInnen und VertreterInnen von Institutionen wie Jugendamt und Polizei anfangen miteinander anstelle von übereinander zu reden, veranstaltete die Jugendförderung ein Kommunikationsforum im Mai 2006.

Nachdem einige Missverständnisse und Anschuldigungen aus dem Weg geräumt waren ging der Blick nach vorne und schnell wurde klar, dass die Jugendlichen einen eigenständigen Ort zum Treffen brauchen. Bis dahin wurden sie an den informellen Treffpunkten als herumlungernd und störend wahrgenommen, ohne dass jemand ihnen jemals eine Alternative aufgezeigt hätte.

Modellbau: So sollte die Grillstelle aussehenModellbau: so sollte die Grillstelle aussehen

Somit stand als Ergebnis und Aufgabe fest: die Jugendlichen brauchen einen Treffpunkt und sollen ihn auch - mit Unterstützung aller ForumsteilnehmerInnen - bekommen.

Die ersten gemeinsamen Aufgaben

Relativ schnell wurden zwei Kleingartenparzellen in städtischem Eigentum am Ortsrand gefunden und den Jugendlichen zur Verfügung gestellt.
Mit großem Engagement begannen die Jugendlichen das Gelände zu entmüllen und die Grünanlagen zu pflegen.

Die eigenständige und eigenverantwortliche Arbeit am Gelände war eine Grundlage des Erfolges - auch wenn die Jugendlichen kontinuierlich von den MitarbeiterInnen der Jugendförderung begleitet und unterstützt wurden, Engagement - Ideen - Arbeitseinsatz und Verantwortungsübernahme müssen von den Jugendlichen selbst kommen. „Ohne Jugendlichen rühren wir keinen Finger" war die Maßgabe für die MitarbeiterInnen.

Der Modellbau

Im nächsten Schritt haben die Jugendlichen maßstabsgerechte Modelle ihre Wunschvorstellung von dem Gelände gebaut. Aus vielen einzelnen Ideen entstand so das „Mastermodell" als Symbiose möglichst vieler Wunschvorstellungen.

Seit Beginn des Beteiligungsprozess haben sich die Jugendlichen auch im Ortsbeirat engagiert und eine ständige Vertretung in den Sitzungen gehabt. Diese Vertretung hatte nun den Auftrag, dass Mastermodell vorzustellen und um nach finanzieller und organisatorischer Unterstützung zu fragen, was auch erfolgreich umgesetzt wurde.

Harte Arbeit bei der Gestaltung des Geländes

Alle haben mit angepacktAlle haben mit angepackt, auch wenn sie sich nicht gesehen haben

Zwischenzeitlich haben sich die Jugendlichen in verschiedene Arbeitsgruppen aufgeteilt ( Hütte, Grillstelle, Sportbereich, Brunnen, Grünanlage). Diese Arbeitsgruppen hatten Schwerpunktaufträge, die sie eigenständig lösen wollten. Dazu gehörte auch, dass sie sich mit der Funktionsweise eines städtischen Haushalts, den Zuständigkeiten von verschiedenen Ämtern bei Bauvorhaben und rechtlichen Grundlagen auseinandersetzen mussten. Jeder Gruppe war ein/e Mitarbeiter/in der Jugendförderung zur Seite gestellt. Einige dieser Arbeitsschritte sind bislang umgesetzt, andere stehen noch aus, wieder andere wurden grundsätzlich geändert, da die Umsetzung der Originalidee als unmöglich erkannt wurde.

Heute

Das Jugendgelände in Bosenheim ist eine ständige Gestaltungsfläche, die regelmäßig von Jugendlichen genutzt wird, von diesen im wesentlichen auch eigenständig verwaltet wird und bei der es immer wieder neue Ideen und Gestaltungsmöglichkeiten geben wird.

Bosenheim als "good-practice"

Die Bertelsmann-Stiftung hat den Beteiligungsprozess in Bosenheim als „good-practice"- Beispiel für ihr Projekt „mitWirkung" aufgenommen. Unter dem nachfolgenden Link findet sich eine genaue Projektbeschreibung und ein paar Bilder. www.toolbox-bildung.de/

Hier gibts Fotos von allen Entwicklungsschritten im Beteiligungsprozess.