Internationaler Frauentag 2008

Frauenrechte- besondere Ereignisse, bedeutsame Frauen

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Die Frauen des Arbeitskreises in angeregter Diskussion

Der internationale Frauentag ist ein Tag für die Rechte der Frauen. Weltweit wird durch Aktionen, Kundgebungen und Demonstrationen auf ihre Benachteiligung im öffentlichen und privaten Leben aufmerksam gemacht und das Recht auf Gleichberechtigung eingefordert.

Der Arbeitskreis Mädchenarbeit möchte einerseits daran erinnern, dass viele bedeutsame Errungenschaften für die Frauenrechte noch nicht lang zurück liegen. Der Blick auf die frauenrechtlichen Errungenschaften ist für die Fachfrauen andererseits auch Motivation für die Zukunft: für die parteiliche Mädchenarbeit vor Ort.

Gleichberechtigung heute

Nach wie vor herrschen in Bereichen des alltäglichen Lebens Ungleichheiten und Benachteiligungen. Auch die jüngste Debatte zur Kinderbetreuung zeigte auf, wie die Erziehung von Kindern automatisch zur Frauenfrage stilisiert und nicht als gleichberechtigte Verantwortung von Männern und Frauen wahrgenommen wird.

Der Arbeitskreis am Frauentag

In Bad Kreuznach stellte der Arbeitskreis feministische Mädchenarbeit die Aktion zum Frauentag dieses Jahr unter das Motto Frauenrechte- besondere Ereignisse, bedeutsame Frauen.

Die Fotos des Tages kann man hier anschauen.

Sieben historische Frauenpersönlichkeiten im Mittelpunkt

Der AK rückte sieben historische Frauenpersönlichkeiten in den Vordergrund, die sich für die Rechte von Frauen eingesetzt haben oder hier in der Region besondere Rollen eingenommen haben:

  • Clara Zetkin: Zetkin kämpfte vor allem für bessere Bedingungen für Frauen in der Arbeitswelt. Den Internationalen Frauentag gäbe es ohne Zetkin nicht, auf ihren Vorschlag wurde dieser Tag 1910 eingerichtet.

  • Elisabeth Selbert: Sie ist eine der Mütter des Grundgesetztes. Selbert ist der Art 3 GG Abs.2. zu verdanken, der die Gleichberechtigung von Mann und Frau garantiert.

  • Elisabeth Schwarzhaupt: Sie war die erste Ministerin der Bundesrepublik. Gegen den Widerstand von Adenauer setzte sie durch, dass sie auch als Ministerin angeredet wurde.

  • Henriette Fürth aus Bad Ems: Sie ist eine Vorkämpferin des Mutterschutzes und engagierte Frauenrechtlerin.

  • Birgit Collin- Langen aus Bingen: Sie ist die erste rheinland- pfälzische Oberbürgermeisterin.

  • Ellen Thress aus Bad Kreuznach: Frau Thress war eine Mitbegründerin der rheinland-pfälzischen FDP.

  • Lina Hilger aus Bad Kreuznach: Lina Hilger war die Leiterin der städtischen Mädchenschule bis zu ihrer frühzeitigen Pensionierung auf Drängen der NSDAP.

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Am Zeitstrahl konnten PassantInnen ihr Wissen testen.

An einem Stand in der Fußgängerzone standen die Frauen der Arbeitskreises und ließen Passanten und Passantinnen bedeutsame Ereignisse der Frauengeschichte zeitlich einordnen. Mit Hilfe eines Zeitstrahls konnten dann alle Ereignisse chronologisch angesehen werden. Dabei konnten viele erstaunte Gesichter beobachtet werden: "Ach, das ist erst so lange her? Ich dachte, das gibts schon viel länger..." konnte man öfter hören.

Zusammenfassung der bedeutendsten Ereignisse

  • 1789 - 1793
    Im Zuge der Französischen Revolution bilden sich erste Frauenclubs. Sie fordern volle Bürgerrechte für Frauen, die Gleichstellung von Mann und Frau und das Frauenstimmrecht.
  • 1857-1933
    Clara Zetkin: setzte sich für gleichen Lohn und für gleiche Arbeit, Urlaub für Schwangere und die Gleichstellung der Frau im Arbeitsschutzgesetz ein.
  • 1865
    In Leipzig gründen Luise Otto-Peters und andere Frauen den (bürgerlichen) »Allgemeinen Deutschen Frauenverein«. Sie fordern die Erschließung aller Bildungsmöglichkeiten für Frauen, Recht und Anspruch auf Arbeit und Art und das Recht der freien Berufswahl. August Bebel fordert die Gründung von Arbeiterinnenvereinen und die Zulassung der Frauen zu allen Berufen.
  • 1870
    Frauen können erstmals in der Geschichte wählen (im US-Bundesstaat Wyoming am 6. September).
  • 1889
    Gründungskongress der »II. Internationale« in Paris; Ausrufung des 8-Stunden-Tages. Beschluss über die Gleichberechtigung der Frau (Auf Antrag von Emma Ihrer und Clara Zetkin).
  • 1896- 1986
    Elisabeth Selbert setzte sich für die Gleichberechtigung von Mann und Frau besonders in der aktiven politischen Teilhabe ein.
  • 1901
    Baden ist das erste Land in Deutschland, in dem Mädchen höhere Jungenschulen besuchen und sich an Hochschulen unter den gleichen Bedingungen wie Männer immatrikulieren können.
  • 1910 26./ 27. August
    Internationale Frauenkonferenz in Kopenhagen:
    Gründung des »Internationalen Frauentags« durch Clara Zetkin (1857 - 1933). Sie setzte sich für einen Achtstundentag, gleichen Lohn für gleiche Arbeit, Urlaub für Schwangere und die Gleichstellung der Frau im Arbeitsschutzgesetz ein.
  • 1918
    Frauen erhalten am 30. November das aktive und passive Wahlrecht, verankert in Art. 109 Abs. 2 der Weimarer Verfassung vom 01.08.1919: »Männer und Frauen haben grundsätzlich dieselben Rechte und Pflichten«.
  • 1949 23. Mai
    Das Grundgesetz (GG -die Verfassung) der Bundesrepublik Deutschland wird verkündet. Gleichberechtigung von Frau und Mann in Artikel 3, Absatz 2.
  • 1961
    Erstmalig wird eine Frau, Elisabeth Schwarzhaupt Bundesministerin in der BRD.
  • 1972
    Annemarie Renger wird die erste Frau Bundestagspräsidentin in der BRD.
  • 1979
    Bundesgesetz über die Gleichbehandlung von Frau und Mann im Arbeitsleben tritt in Kraft.
  • 1990
    Sexuelle Gewalt in der Ehe ist erst seit den 90er Jahren in der Bundesrepublik strafbar geworden.
  • 2001 1. Januar
    Ein Urteil des Europäischen Gerichtshofes erlaubt es auch Frauen, Dienst an der Waffe zu leisten. Das Grundgesetz der BRD, § 12 wird geändert.
  • 2005
    Angela Merkel wird die erste Bundeskanzlerin in Deutschland.