Fachtagung Rechtsextremismus

Informieren und vernetzen für mehr Demokratie und Toleranz

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Prof. Dr. Kurt Möller

Nach wie vor und mit steigender Tendenz wollen Rechtsextremistinnen und Rechtsextremisten junge Menschen für ihre Ideologie und ihre Aktivitäten vereinnahmen. Manchmal offensichtlich und nach außen zur Schau getragen. Oftmals aber auch verborgen und unterschwellig.

Mindestens genauso zahlreich sind jedoch die Bemühungen, über rechtsextreme Ideologien und Strukturen aufzuklären und eine demokratische Kultur zu stärken.

Die Ressonanz

Mit der Fachveranstaltung Rechtsextremismus - Informieren und vernetzen für mehr Demokratie und Toleranz - sollte allen interessierten und engangierten Menschen aus Schule, Jugendarbeit und Politik in Stadt und Kreis Bad Kreuznach, sowie den angrenzenden Landkreisen Gelegenheit gegeben werden, sich über aktuelle Entwicklungen in der rechtsextremistischen Szene und über Gegenstrategien zu informieren und auszutauschen. Denn nur gemeinsam kann dem Rechtsextremismus erfolgreich entgegen getreten werden!

Am 14. November 2008 nahmen 100 Menschen der Jugendarbeit zwischen 9 und 17 Uhr die Gelegenheit zur Information und Vernetzung wahr. Beachtlich ist im Nachhinein zu sagen, dass sich ebenso viele Ehrenamtliche wie Hauptamtliche die Zeit für diesen Tag nahmen. Dies zeigt, dass das Thema Rechtsextremismus in den unterschiedlichsten Arbeitsbereichen präsent ist. Wie interessant das Thema für die verschiedensten Gruppen ist, zeigte auch die Altersspanne der Teilnehmenden, die von 12 bis knapp 70 Jahre reichte.

Rechtsextremismus aus der Mitte der Gesellschaft

Intensiver Austausch in den Arbeitsgruppen
Intensiver Austausch in den Arbeitsgruppen

Am Vormittag referierte Prof. Dr. Kurt Möller von der Hochschule Esslingen. Prof. Dr. Kurt Möller, geboren 1954, ist Professor für Soziale Arbeit an der Hochschule Esslingen sowie Privatdozent an der Universität Bielefeld. Zuvor war er viele Jahre als Mitarbeiter in der Jugendarbeit und Erwachsenenbildung tätig. Seine Lehr- und Forschungsschwerpunkte sind Gewalt- und Rechtsextremismusforschung, Jugendkulturen, männliche Sozialisation und pädagogische Jungen-/ Männerarbeit, politische Partizipation von Jugendlichen, Konzepte und Theorien der Sozialen Arbeit, Jugend- und Bildungsarbeit.

Beeindruckende Zahlen hatte Prof. Dr. Kurt Möller in seinem Referat. Verschiedene Studien belegen, dass Ausländerfeindlichkeit längst kein Phänomen von ausschließlich Rechtsextremen mehr ist, sondern aus der Mitte der Gesellschaft entspringt und hier seine Auswüchse zeigt.

Informieren in Workshops

Am Nachmittag gab es verschiedene Workshops zu den Themen rechte Musik, Strukturen und Symbole, Projekte des Landesjugendamtes, Rechtsextremismus öffentlich machen, Empowerment und Thérapie Sociale, Arbeit mit Überlebenden des Holocaust, Kampagne „respect" und Angebote des Lokalen Aktionsplanes Bad Kreuznach.

An dieser Stelle noch einmal vielen Dank an alle Referenten und Referentinnen sowie an alle Helferinnen und Helfer, die diesen Tag zu einem eindrücklichen Erlebnis machten und mit Sicherheit einige Auswirkungen auf die zukünftige Arbeit erreichen werden.

Organisation und Förderung

Die Fachveranstaltung wurde organisiert vom Landesfilmdienst Rheinland- Pfalz e. V., von der Kreisjugendpflege und der Stadtjugendförderung Bad Kreuznach und gefördert innerhalb des Lokalen Aktionsplanes in Stadt und Kreis Bad Kreuznach durch das Bundesprogramm „Vielfalt tut gut. Jugend für Vielfalt, Toleranz und Demokratie".

Hier gibts noch mehr interessante Bilder vom Fachtag Rechtsextremismus.