Informationen zum neuen Bundeskinderschutzgesetz

Führungszeugnis für Ehrenamtliche in der Kinder- und Jugendarbeit

Das neue Bundeskinderschutzgesetz schreibt allen freien Trägern der Jugendhilfe – das sind Vereine, Verbände, Initiativen, Jugendfeuerwehren, THW, DLRG, etc. – vor, mit dem örtlich zuständigen Jugendamt Vereinbarungen zu treffen, um das Kindeswohl der ihnen anvertrauten Kinder und Jugendlichen zu gewährleisten.
Ein Baustein dieser Rahmenvereinbarung ist z.B. die Vorlage eines erweiterten Führungszeugnisses von Personen, die Kinder und Jugendliche im Auftrag des Trägers, des Vereines beaufsichtigen, betreuen und (aus-) bilden.

Die Aufgabe - Worum geht es?
Die Grundlage - Was besagt das neue Bundeskinderschutzgesetz?
Die Zielgruppe - Wer setzt es um?
Die Kosten - Wer trägt sie?
Umsetzung im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit
Wer benötigt ein Führungszeugnis?
Wer sieht die Führungszeugnisse ein?
Wie erfolgt Einsicht und Dokumentation?
Umsetzung in Stadt und Landkreis Bad Kreuznach
Beratung und Unterstützung
Zum Download

Die Aufgabe - Worum geht es?

Vereine, Verbände und Initiativen der Kinder- und Jugendarbeit mit ihren ehrenamtlichen Trainer_innen, Übungs- und Gruppenleiter_innen sowie weiteren Betreuer_innen leisten zum gelingenden Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen einen gesamtgesellschaftlichen und wichtigen Beitrag.
Eine der Hauptaufgaben von Jugendarbeit ist die ganzheitliche Förderung der Persönlichkeitsentwicklung der ihnen anvertrauten Kindern und Jugendlichen. Die körperliche und die seelische Unversehrtheit (Kindeswohl) steht dabei an erster Stelle.
Trotzdem kommt es immer wieder vor, dass Personen die Nähe zu Kindern und Jugendlichen über die Jugendarbeit suchen und diese durch sie Gewalt oder sexuelle Übergriffe erfahren.

Die Grundlage - Was besagt das neue Bundeskinderschutzgesetz?

Verantwortungsvoll denkende und handelnde Träger der Kinder- und Jugendarbeit haben schon immer darauf geachtet, dass nur Personen zur Betreuung, Beaufsichtigung und Bildung von jungen Menschen eingesetzt werden, die persönlich und fachlich geeignet sind. Daher ist zum Beispiel im Sport eine Übungsleiterausbildung oder in anderen Bereichen eine Juleica-Ausbildung eine wichtige Basis für die ehrenamtliche Tätigkeit.

Durch das Bundeskinderschutzgesetz vom 01.01.2012 wurde der § 72a des Sozialgesetzbuches VIII geändert.
pdfGesetzestext_72a_SGB_VIII.pdf
Diese Veränderung soll den Einsatz von Personen in der Jugendhilfe verhindern, die einschlägig nach den Paragraphen §§ 171, 174 bis 174c, 176 bis 180a, 181a, 182 bis 184f, 225, 232 bis 233a, 234, 235 oder 236 SGB VIII.des Strafgesetzbuches vorbestraft sind.

Die Zielgruppe - Wer setzt es um?

Adressaten sind alle freien Träger der Jugendhilfe wie z. B. alle Jugendverbände des Kreisjugendrings, Sportvereine, Feuerwehren, THW, DLRG, DRK, Pfadfindergruppen, pädagogisch betreute Jugendtreffs, Initiativen der Jugendarbeit usw.

Alle anderen freien Träger, die mit der Jugendarbeit kooperieren und Kinder oder Jugendliche beaufsichtigen, betreuen, erziehen, ausbilden oder einen vergleichbaren Kontakt haben, sind ebenfalls aufgefordert, sich freiwillig selbst zu verpflichten.

Im Bereich der öffentlichen Träger sind es Behörden, städtische und gemeindliche Einrichtungen, Bibliotheken, Kirchen und z. B. Volkshochschulen als Körperschaft des öffentlichen Rechts. Voraussetzung für die öffentliche Förderung durch Stadt die Stadt Bad Kreuznach, Landkreis Bad Kreuznach oder durch eine Gemeinde von Maßnahmen der Jugendarbeit ist die Unterzeichnung der Rahmenvereinbarung zum neuen Bundeskinderschutzgesetz.

Alle Träger, die dieser Rahmenvereinbarung zugestimmt haben, werden in einem öffentlich einsehbaren Online-Verzeichnis mit Vereins- bzw. Verbandsnamen als ein Qualitätsmerkmal aufgeführt.
pdfRahmenvereinbarung_72a.pdf

Ein wirksamer Schutz für Kinder und Jugendliche vor Gewalt und Missbrauch ist die Sensibilisierung aller in der Kinder- und Jugendarbeit tätigen Personen sowie die Entwicklung von Präventionskonzepten. Die Vorlage eines erweiterten Führungszeugnisses ist hier ein vom Gesetzgeber vorgeschriebener wichtiger Baustein.

Die Kosten - Wer trägt sie?

Für Ehrenamtliche ist die Ausstellung des erweiterten Führungszeugnisses kostenfrei.
Der jeweils zuständige Träger bescheinigt auf einem Vordruck die ehrenamtliche Tätigkeit der betreffenden Person.
pdfBestätigung_beim_Einwohnermeldeamt_zur_Kostenbefreiung.pdf
Mit dieser Bescheinigung können die Ehrenamtlichen bei ihrem zuständigen Einwohnermeldeamt das Führungszeugnis beantragen bzw. erhalten.

Umsetzung im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit

Wer benötigt ein Führungszeugnis?

Alle Personen, die neben- oder ehrenamtlich z. B. für einen freien Träger unter bestimmten Bedingungen tätig sind, müssen vor Aufnahme ihrer Tätigkeit ein erweitertes Führungszeugnis vorlegen.
pdfDefinition_von_Ehrenamt_und_Nebenamt.pdf
pdfGesetzestext_Antrag_Führungszeugnis.pdf
Zu Tätigkeitsbeginn darf dieses Dokument nicht älter als drei Monate sein.
Spätestens nach dem Ablauf von fünf Jahren ist ein aktuelles Führungszeugnis erneut vorzulegen.

Kurzfristig initiierte Einsätze sind in besonderen Ausnahmefällen weiterhin möglich, wenn zunächst von dem neben- oder ehrenamtlich Tätigen eine einmalige Selbstverpflichtungserklärung abgegeben wird.
pdfSelbstverpflichtungserklärung.pdf

Wer sieht die Führungszeugnisse ein?

Das erweiterte Führungszeugnis sieht der Träger der Jugendhilfe (Verein, Verband...) ein.
Es muss „nur" vorgezeigt, nicht abgegeben werden.
Trägerintern muss geregelt sein, wer für die Sichtung und Dokumentation dieser Unterlagen zuständig ist (z.B. Vorstand).

Wie erfolgt Einsicht und Dokumentation?

Für die Dokumentation gelten sehr enge datenschutzrechtliche Regelungen.
Der Träger muss folgendes nachweisen und sichern:
- Datum der Einsichtnahme,
- Datum der Ausstellung des Führungszeugnisses
- Festschreibung der Tatsache, dass aktuell keine Einträge vorliegen.

Der neben- oder ehrenamtlich Tätige erklärt zudem schriftlich hierfür sein Einverständnis.
Die Daten sind vor dem Zugriff Unbefugter zu schützen und spätestens drei Monate nach Beendigung einer Tätigkeit zu löschen.

Umsetzung in Stadt und Landkreis Bad Kreuznach

Die Umsetzung der neuen Regelungen zum neuen Bundeskinderschutzgesetz obliegt dem jeweilig örtlich zuständigen Jugendamt. Die Jugendämter in Stadt und Landkreis haben eine Rahmenvereinbarung hierzu entwickelt. Die Träger der Kinder- und Jugendarbeit sind dazu aufgefordert dieser Rahmenvereinbarung verbindlich beizutreten. Zudem dient der Beitritt als weiteres Qualitätsmerkmal für den Verein, Verband, die Initiative in der Kinder- und Jugendarbeit.
pdfBeitrittserklärung_örtliche_freie_Träger.pdf

Den Vereinen, Jugendverbänden, Initiativen, Kirchengemeinden und den anderen Trägern der Kinder- und Jugendarbeit werden auf Wunsch die Vereinbarungen per Post zugestellt bzw, stehen als Download bereit.

Beratung und Unterstützung

Bei Fragen zum § 72a und zur konkreten Umsetzung sind wir für Sie da:

Für den Landkreis Bad Kreuznach:
Kreisjugendförderung Bad Kreuznach
Dorothee Weiland
0671 / 803-1542
Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.
Lothar Zischke
0671 / 803-1541
Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

Für die Stadt Bad Kreuznach:
Stadtjugendförderung Bad Kreuznach
Vanessa Berg
0671 / 9200-412
Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

Zum Download:

pdfRahmenvereinbarung_72a.pdf

pdfBeitrittserklärung_örtliche_freie_Träger.pdf

pdfBestätigung_beim_Einwohnermeldeamt_zur_Kostenbefreiung.pdf

pdfSelbstverpflichtungserklärung.pdf

pdfDefinition_von_Ehrenamt_und_Nebenamt.pdf

pdfGesetzestext_72a_SGB_VIII.pdf

pdfGesetzestext_Antrag_Führungszeugnis.pdf

pdfEuropäisches_Führungszeugnis.pdf

pdfInformationsflyer_Stadt_und_Landkreis_KH.pdf